Geteilte Hauptstadt - Nikosia Lefkosa


Nikosia (türkisch: Lefkosa) ist die Hauptstadt Zyperns und die einzige noch existierende geteilte Stadt der Welt. Genau wie Zypern ist sie in einen Süd- und einen Nordteil gespalten, die durch die Green Line getrennt werden, auf die man in der Stadt allenthalben trifft. Völkerrechtlich gesehen handelt es sich bei Nikosia um eine Stadt, faktisch jedoch trennen sich Welten in ihr.
Drei Gesichter hat diese Stadt: das nüchterne und zweckgebunden in den Geschäftsvierteln, das pittoreske in der Altstadt und das türkische im besetzten Norden.
Eine der schönsten Sehenswürdigkeiten ist die fast vollständig erhaltene Stadtmauer um die Altstadt. Die venezianischen Wälle, wie sie auch bezeichnet wird, hatten ursprünglich eine Länge von 4 bis 5 Kilometern und wiesen 11 Bastionen auf. Heute ist der ehemalige Festungsring, der sich sternförmig um die Altstadt legt, an vielen Stellen durchbrochen, um den Verkehr ungehindert fließen zu lassen. Die Tore haben ihre strategische Bedeutung verloren und sind nur noch bauhistorisch interessant.
An ganz gewöhnlichen Tagen ist nur ein Blick von außen auf den Palast des Erzbischofs gestattet. Nur zu besonderen Anlässen darf die Öffentlichkeit hinein, dann aber bis ins Schlafzimmer, in dem sein Herz aufbewahrt wird. Der Palast wurde 1961 anlässlich der Unabhängigkeit von der britischen Kolonialmacht erbaut und das kurioserweise ausgerechnet im britischen Kolonialstil der 1950-er Jahre. Die Zyprioten hatten Achtung und Bewunderung für die Briten, was sie allerdings auch nicht hinderte, sich aus ihrer Umklammerung zu befreien. Der Palast sollte Ausdruck der Macht und des Reichtums der orthodoxen Kirche darstellen. Vor dem Palast blickt Erzbischofs Makarios III. 10 Meter hoch, 20 Tonnen schwer und in Bronze gegossen auf sein geliebtes Zypern. Über einhundert der schönsten und wertvollsten Ikonen sind in zwei Sälen in einem Seitentrakt des Bischofspalastes ausgestellt.
Schon im Jahre 1882 wurde das Zypern-Museum gegründet, seine heutigen Räumlichkeiten bezog es allerdings erst 1909. Es befindet sich gegenüber dem Theater und dem Parlamentsgebäude und zeichnet ein breites Bild der Kulturgeschichte der Insel.
Das Nachtleben Nikosias ist vielschichtig und für jung und alt gleichermaßen interessant. Clubs, Bars, Livemusik und Theatervorstellungen dürften jeden Geschmack irgendwie treffen.


Die Green Line kann in Nikosia nur an einer Stelle übertreten werden. Aber diese Erfahrung sollte man sich nicht entgehen lassen, auch wenn im türkischen Teil der Stadt alles ein bisschen weniger prunkvoll ist. Aber auch hier warten eine Reihe von interessanten Plätzen und Gebäuden.


 
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