Das römische Amphitheater von Kourion auf Zypern


Hoch oben über der Küste Zyperns beschert ein Felsplateau, das nach drei Seiten so ziemlich 70 Meter in die Tiefe abfällt, nicht nur einen einmaligen Ausblick auf das Meer, sondern ein ebenso geschichtliches wie künstlerisches Erlebnis. In dem hier befindlichen Amphitheater, das mit einer glänzenden Akustik zu überzeugen weiß, finden noch heute Aufführungen statt.
Die Stadt Kourion (Curium) wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung als mykenische Siedlung gegründet. Unter den Ptolemäern und Römern erlebte sie ihre Blütezeit und beherbergte auf dem Höhepunkt ihres Glanzes um die 20.000 Menschen. Große Teile der antiken Stadt wurden wieder ausgegraben und können besichtigt werden. Das Plateau gehört zu den wichtigsten archäologischen Ausgrabungsstätten Zyperns.

Das Theater selbst stammt aus dem 2. Jahrhundert vor Christi, wobei es im 2. Jahrhundert nach Christi erweitert wurde. Aufführungsort von Tragödien sollte es sein, bestimmten die Hellenen. Die Römer sahen das anders und nutzen das Theater zu ihrer Zeit für die ihnen eigenen Spektakel der Gladiatoren- und Tierkämpfe. Vermutlich waren das aber auch Tragödien genug. Wer glaubt, dies sei die schlimmste Zeit des Theaters gewesen, irrt. Während eines Erdbebens im Jahr 365 stürzte es ein und diente danach lange Zeit als Steinbruch.

Da ein solches Kleinod nicht in der Versenkung der Zeit verschwinden darf, wurde es schließlich wieder aufgebaut und hat seine eigene, neue Tradition begründet. Jährlich im September finden hier nun Opernaufführungen statt. Auch für Konzerte und andere Großveranstaltungen lässt es sich gut nutzen.

Das Amphitheater von Kourion fasst heute eine beträchtliche Besucherzahl. 3.500 Zuschauer haben auf den Rängen Platz. Eine bessere Kulisse als die Landschaft Zyperns sowie das Mittelmeer kann wohl kein neuzeitliches Theater bieten.
Neben dem Theater ist auch das daneben liegende Haus des Eustolios mit 11 Mosaiken aus dem 5. Jahrhundert unbedingt sehenswert.


 
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