Kirchen, Klöster und Kapellen auf Zypern

Klöster auf Zypern

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Klöster haben in Zypern eine lange Tradition. Viele von ihnen entstanden im Zusammenhang mit dem Fund von Ikonen, den Heiligenbildern der orthodoxen Kirche. Die meisten dieser Klöster befinden sich in der Bergregion der Insel. Zu den schönsten gehören die folgenden:

Kloster Kykko im Troodos – Gebirge (siehe Link)

Panagia Chrysorogiatissa


Die Bezeichnung des Klosters ist von unklarer Bedeutung. Rogia ist der Granatapfel und chryso bedeutet Golden. Damit lautet die wörtliche Übersetzung “Jungfrau vom goldenen Granatapfel”, was irgendwie keinen wirklichen Sinn macht. Möglicherweise ist es ein Hinweis auf die Nährkraft von Marias Brüsten.

Das Kloster wurde 1250 vom Mönch Ignatius gegründet, der am Meer eine Ikone der Jungfrau Maria gefunden haben soll. Im Traum hätte ihm Maria beauftragt, ein Kloster zu gründen. Die Anlage liegt auf einer Höhe von 844 Metern von Wäldern umgeben an einem Berghang über dem Meer. Der Innenhof glänzt vom Frühling bis zum Herbst in einer einzigartigen Blütenpracht. In einer Taverne beim Kloster treffen sich Einheimische, Mönche und Touristen und lassen sich die selbst gekelterten Weine aus den über 80 klösterlichen Weinbergen schmecken.

Kloster Macheras
Dieses Kloster ist nur für Männer geöffnet. Frauen ist der Zutritt verwehrt und sie müssen hübsch draußen auf die Herren der Schöpfung warten. Die beiden Mosaiken beiderseits der Kirchentür stellt die Szene dar, die der Legende nach zur Gründung des Klosters geführt hat. Zwei Mönche hätte eine von einem Messer oder Schwert bewachte Ikone der Mutter Gottes gefunden. Von “göttlicher Hand” sei ihnen ein Messer gegeben wurden, um an das Bildnis zu gelangen. So erklärt man auch den Namen des Klosters, der “Messer” bedeutet. Allerdings sind dies keine gesicherten Erkenntnisse. Das Kloster hat wie alle anderen auch eine spannende Geschichte. Während der Zeit Besetzung hielten die Mönche hier das Griechentum am Leben. Das Kloster brannte 1892 ab.

Kloster Omodos
Der Ort zählt zu einem der schönsten Zyperns. Ungewöhnlich für zypriotische Verhältnisse befindet sich das Kloster in der Mitte der Ortschaft, umgeben von Weinreben und etwas versteckt.

Kloster Agios Neofytos
Das Kloster erhielt seinen Namen nach einem Einsiedler, der den Anstoß zur Klostergründung gab. Er stammte aus Lefkara und war gleichzeitig auch Gelehrter und Schriftsteller. Seine Einsiedelei baute er selbst, in dem er sie in den Felsen meißelte. Einige der Fresken stammen noch aus der Zeit der Gründung um 1200. Das Kloster besteht aus drei Höhlen, die als Kirchenraum, Altarraum und Wohnraum verwendet wurden.

Kloster Trooditissa
Dieses Kloster ist nur orthodoxen Besuchern zugänglich und für Touristen geschlossen. Es wurde 1250 hoch oben in den Troodos-Bergen gegründet. Hier wird der Heilige Gürtel aufbewahrt, der kinderlose Frauen fruchtbar machen soll.

Kloster Agia Varvara
Das Kloster der Heiligen Barbara ist die Wirtschaftsstation des Klosters Stavrovouni. Es wird behauptet, hier gäbe es den besten Honig ganz Zyperns und hervorragendes Olivenöl.
Bis in die 1970-er Jahre war Frauen der Zutritt zum Kloster noch gestattet, heute dürfen nur noch Männer hinein.

Das Kloster hat sich zu einem großen Wallfahrtsort Zyperns entwickelt. Einer seiner Schätze ist eine mehr als 1000 Jahre alte getöpferte Platte, auf der die Namen der damals hier lebenden fünf Mönche eingebrannt haben.

Kirchen

Auf Zypern gibt es sehr viele wunderschöne alte Kirchen mit bemerkenswerten Fresken, für die sie bekannt und berühmt geworden sind. Die meisten von ihnen stehen den Besuchern offen. Sollte einmal eine der kleineren verschlossen sein, hilft es bisweilen in der nächsten Taverne nach dem Schlüssel zu fragen. Einige der schönsten dieser Gotteshäuser sind folgende:

Höhlenkirche Agia Solomoni bei Paphos
Sie war eins eine Katakombe, die im 9.Jahrhundert in eine Kirche umgewandelt wurde. Im 12. Jahrhundert kamen die Fresken dazu. In einem der Gebäude befindet sich ein Brunnen, dem heilende Wirkung vor allem bei Augenleiden nachgesagt wird. Vor der Kirche steht ein sogenannter “Wunschbaum”, der mit bunten Tüchern behängt ist. Alle Gebete, die in der Kirche gesprochen wurden, sollen durch die angebrachten Bänder in Erfüllung gehen. Diese Bäume findet man auch vor anderen Kirchen Zyperns.

Auch hier existiert eine Sage, nach der Agia Solomoni, die einer der ersten war, die sich vom Heiden- zum Christentum bekehren ließ, hier Unterschlupf vor den Römern suchte. Diese überließen sie einem langsamen und qualvollen Tod, indem sie den Eingang vermauerten. Allerdings hatten sich die Römer verrechnet. 200 Jahre später wurde der Eingang wieder geöffnet und die Heilige entstieg unversehrt und sehr lebendig.

Panagio Angeloktisti in Kiti
Aus kunsthistorischer Sicht ist diese orthodoxe Kirche ein wahres Kleinod. Die “von den Engeln erbaute” enthält Mosaike aus dem 6. und Fresken aus dem 11. und 12. Jahrhundert.

Agioi Apostoloi
Die Kirche der zwölf Apostel findet man auf dem alten Friedhof des Dorfes Perachorio. In ihr befinden sich Wandgemälde in byzantinischen Stil, die sehr selten sind. Die Gemälde stammen aus dem 12. Jahrhundert.

Scheunendachkirchen im Troodos-Gebirge
Stellvertretend für all die anderen sei hier die Kirche im Kloster Agios Ioannis Lampadistis genannt. Sie befindet sich in dem Dorf Kalopanagiotis und ist eine der insgesamt zehn von der UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommenen Scheunendachkirchen. Ihre Bemalung macht diese Kirchen zu etwas Einmaligem. Über und über sind sie mit byzantinischen Fresken geschmückt. Von außen jedoch machen sie eher den Eindruck unbedeutender Bauwerke. Sie sind weder besonders groß noch besonders schön.


 
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