Kykkos - Das Kloster im Trodoos-Gebirge von Zypern


Kloster Kykko ist eines der orthodoxen Klöster, die sich im Troodos-Gebirge Zyperns angesiedelt haben. Zweifellos ist es das bekannteste und auch das reichste Zyperns. Heute wird die Anlage, die sich weitab jeder Ortschaft auf einer Höhe von 1.400 Metern befindet, noch von etwa 10 Mönchen bewohnt.


Die Herkunft seines Namens Kykko oder auch „Mutter Gottes von Kykko“ ist nicht eindeutig nachgewiesen. Vermutlich stammt die Bezeichnung „kykko“ oder „kokko“ von der Hermes-Eiche, die hier vor Jahrhunderten noch wuchs.

Die Legende um seine Entstehung besagt, dass im 12. Jahrhundert der Eremit Isaias vom Kaiser Alexias Komnenos eine Ikone der heiligen Jungfrau geschenkt bekam. Der Kaiser stattete ihm damit seinen Dank dafür ab, dass der Eremit seine gichtkranke Tochter geheilt hatte. Gemalt worden ist die Ikone vom Evangelisten Lukas persönlich, das Holz dafür hat er vom Erzengel Gabriel erhalten.

Die Ikone gibt es heute noch, allerdings verbirgt sie sich seit 200 Jahren hinter einer silbernen Platte und einem roten Teppich, damit kein menschliches Auge sie erblicken kann. Außerdem wird ihr die Kraft nachgesagt, jeden Sünder, der sie sieht, zu blenden. Selbst die Pinien vor dem Kloster verneigen sich vor ihr.

Die Bevölkerung richtet im Kloster gern Taufen und Hochzeiten aus, die vor allem an den Wochenenden stattfinden. Aber selbst hier gibt es einen kleinen Haken. Wer im gleichen Taufbecken getauft wurde, gilt als verwandt und wer miteinander verwandt ist, darf nicht heiraten. Wohl also dem Priester, der die Taufbecken für Mädchen und Knaben auseinanderzuhalten weiß.

Das Kloster brannte im Laufe seiner Geschichte mehrmals nieder. So befinden sich nur in der Klosterkirche noch alte Ikonen und Malereien. Die in den andern Räumen stammen aus der Zeit nach dem letzten Brand im Jahre 1913. Besonders beachtenswert ist das langgestreckte Mosaik, das sich auf der Empore im ersten Innenhof befindet.

Das Kloster selbst, seine Einrichtung und die Exponate, die im Museum ausgestellt werden, strahlen die Macht und den Glanz der byzantinischen Zeit aus. Zudem haben die Ausstellungsstücke einen unermesslichen Wert. Im Museum, das von Juni bis Oktober seine Pforten für Besucher geöffnet hat, stimmt eine dezente, indirekte Beleuchtung und leise byzantinische Musik auf die Zeit ein, die es verkörpert und schafft eine feierliche Atmosphäre.

Übernachten dürfen hier nur noch Pilger. Außer den Gästehäusern befinden sich ein Restaurant sowie Verpflegungsstände am Kloster.


 
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