Paphos Ausgrabungen - altertümlichen Mosaike bei Paphos

089.JPG1962 wollte ein Bauer bei Paphos (Páfos) seinen neuen Pflug ausprobieren. Eine Ackerfurche dürfte ihm nicht gelungen sein, dafür stieß er auf Teile römische Mosaike, die heute zu einem ganzen archäologischen Park zusammengefasst sind.

Nicht nur Kenner geraten ins schwärmen, wenn sie die teilweise sehr gut erhaltenen und farbenprächtigen Bilder sehen. Längst ist noch nicht alles wieder ans Tageslicht befördert, schön und einmalig ist es allemal.


Vier Häuser umfasst die Hauptausgrabungsstätte, von denen nur die Grundmauern noch erhalten geblieben sind. Zum Schutz der Mosaike wurden auf denen neue Gebäude errichtet. Auf Holzstegen geht der staunende Gast über die Mosaike in den Häusern, die klangvolle Namen tragen: Haus des Dionysos, der Vier Jahreszeiten, des Theseus und des Orpheus.

054.JPGIn diesen Häusern lebten einst reiche Römer, die ihren Fußböden mit Mosaiken auslegen ließen. Der Besitzer des Hauses Dionysos muss ein ganz besonders wohlhabender Bürger gewesen sein.

Von den ungefähr 2000 Quadratmetern seines Anwesens sind immerhin über 600 mit den Bildern bedeckt. Sie sind übrigens auch die, die am besten den Widrigkeiten der Zeit getrotzt haben. Ganze Geschichten aus der Mythologie werden hier erzählt, etwa die von Narziss, der dazu verdammt war, sich in sein eigenes Spiegelbild zu verlieben.

Oder die tragische Liebesgeschichte von Thisbe und Pyromos, die nicht zueinander kommen konnten. Auch Dionysos selbst kommt nicht zu kurz. Eines der Mosaike stellt eine Szene dar, in dem er sein Gastgeber Ikarios zwei Hirten selbst gekelterten Wein anbietet, von dem diese anschließend so betrunken waren, das Kelterass ihre Freunde glaubten, sie seien vergiftet worden. Der arme Ikarios, den Dionysos höchst selbst im Weinanbau unterrichtet hat, fand sich schließlich in einem Brunnen wieder. Theseus Kampf gegen den Minotaurus kommt ebenfalls zu Ehren genau wie die Ferse des Achilles.

Wer sich selbst davon ein Bild machen konnte, wird bestätigen, dass er eine solche Ansammlung römischer Mosaike noch dazu an ihrem Originalstandort nirgendwo anders zu sehen bekommt. Es sei denn, er geht in ein Museum. Aber das ist etwas ganz anderes. Es verwundert deshalb nicht, dass die Mosaike von Paphos Weltruhm genießen.

Öffnungszeiten: (aktuelle Öffnungszeiten entnehmen Sie der Internet-Seite)

Königsgräber bei Paphos

154.JPGDie Königsgräber erhielten ihren majestätischen Namen, da man annahm, so pracht- und prunkvoll könnten nur Könige begraben worden sein. Tatsächlich gab es im 3. Jahrhundert vor Christi – aus dieser Zeit stammen sie – in Zypern keine Könige. Wahrscheinlicher ist, dass es sich bei den Bestatteten um reiche ägyptische Beamte aus der Ptolemäerzeit handelt.
Egal, wer nun wirklich hier seine letzte Ruhestätte gefunden hat, die Felsengräber sind trotzdem etwas Einmaliges.


Und eigentlich sind es auch keine richtigen Gräber, so wie wir sie kennen, sondern vielmehr regelrechte Häuser, die tief ins Erdreich geschlagen wurden. Von einem mit Säulen und Pfeilern umrahmten Atrium führen Treppen hinein in die eigentlichen Grabkammern, die in den Kalkstein getrieben wurden. Die wichtigsten der Gräber auf dem riesigen Areal sind katalogisiert und einige dürfen auch besichtigt werden. Nur Grabbeigaben findet man keine mehr. Die wurden schon während der Römerzeit geraubt.

Übrigens wurden einige dieser Höhlen und Kammern im Mittelalter bewohnt. Hinsichtlich der Räumlichkeiten dürfte das zwar kein Problem gewesen sein, aber allein der Gedanke, sein Zuhause vielleicht mit einem Toten oder seiner Seele zu teilen, lässt einem ein paar kalte Schauer den Rücken herunter rieseln.

Hier finden Sie die aktuellen Öffnungszeiten für die Königsgräber Paphos

Empfehlung: Die schönsten Gräber sind die mit den Nummern 3 und 6.


 
Diese Seite drucken Diese Seite drucken

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.